Was Männer von einer Frau wollen: 7 Dinge, die eine Traumfrau ausmachen

8–12 Minuten

Manchmal frage ich mich, was Frauen eigentlich von Männern wollen.

Wirklich wollen.

Nicht nur das, was man spontan auf diese Frage antwortet, sondern das, was letztlich zählt, wenn man sich für jemanden entscheidet oder gegen jemanden.

Die Antwort kenne ich natürlich nicht.

Und ich bin ziemlich sicher, dass ihr euch dieselbe Frage über uns stellt.

Was wollen Männer von einer Frau?

Also habe ich eine kleine, völlig unrepräsentative Umfrage gemacht.

Ich habe mit Männern in meinem Umfeld gesprochen, in unterschiedlichen Lebenssituationen, unterschiedlichem Alter, mit und ohne feste Beziehung, und genau hingehört, welche Antworten sich wiederholten.

Dass wir dabei in allem einer Meinung gewesen wären, kann ich nicht behaupten.

Aber einige Dinge tauchten erstaunlich häufig auf.

Dabei war eine der ersten Beobachtungen, die ich gemacht habe: Wenn man Männer direkt fragt, was sie wollen, nennen sie anfangs oft eher äußerliche Dinge.

Attraktivität, Humor, irgendwas mit Authentizität.

Aber je länger das Gespräch dauerte, desto mehr verschob sich etwas.

Plötzlich ging es um ganz andere Qualitäten.

Um Dinge, die in keiner klassischen Liste über Attraktivität auftauchen.

Und ehrlich gesagt spiegelt das auch meine eigene Entwicklung wider: Was mir mit Anfang zwanzig wichtig war, deckt sich kaum mit dem, was ich heute schätze.

Dazu komme ich aber noch.

Eines vorweg: Dieser Artikel soll dir nicht erklären, was du ändern musst, damit ein Mann dich will.

Das wäre der falsche Ansatz.

Er zeigt, was in meinen Gesprächen immer wieder genannt wurde, was die Psychologie dazu weiß und wie ich selbst über das Thema denke.

7 Dinge, die immer wieder genannt wurden

1. Authentizität – und was das tatsächlich bedeutet

„Sei einfach du selbst“ ist einer der nutzlosesten Ratschläge, die man geben kann.

Aber hinter dem Klischee steckt etwas Reales.

Mehrere Männer, mit denen ich gesprochen habe, beschrieben auf unterschiedliche Weise dasselbe Gefühl: Sie merken, wenn eine Frau versucht, eine bestimmte Version von sich zu spielen, weil sie glaubt, so sein zu müssen.

Das kann auf Dauer anstrengend werden, weil man irgendwann nicht mehr sicher ist, mit wem man es eigentlich wirklich zu tun hat.

Das hat nichts damit zu tun, ob jemand selbstbewusst ist oder nicht.

Es geht eher darum, ob man das Gefühl bekommt, tatsächlich mit einer Person in Kontakt zu sein oder mit einem sorgfältig konstruierten Eindruck von ihr.

Letzteres ist auf Dauer erschöpfend, egal wie attraktiv es anfangs sein mag.

2. Echtes Interesse – nicht nur Aufmerksamkeit bekommen wollen

Ein Punkt, der mich selbst überrascht hat, weil er so selten offen gesagt wird: Auch Männer wollen gesehen werden.

Nicht bewundert, nicht bespaßt.

Tatsächlich wahrgenommen.

Konkret: Fragen stellen.

Zuhören, statt darauf zu warten, dass man selbst wieder dran ist.

Sich Dinge merken, die jemand erzählt hat.

Interesse zeigen, ohne dass es sich nach einer Prüfung anfühlt.

Das klingt simpel.

Aber in einer Zeit, in der die meiste Kommunikation in kurzen Statusmeldungen stattfindet, ist echte Neugier auf den anderen Menschen tatsächlich seltener, als man denkt.

Natürlich gilt das in beide Richtungen.

Aber ich fand es bemerkenswert, wie viele Männer diesen Punkt erwähnt haben, ohne dass ich explizit danach gefragt hatte.

3. Offene Kommunikation ohne Gedankenlesen-Erwartung

Wenn ich einen Punkt nennen müsste, der in fast jedem Gespräch auftauchte, wäre es dieser.

In meinen Gesprächen kam immer wieder derselbe Wunsch auf: möglichst wenig rätseln zu müssen.

Stimmungen deuten, Schweigen interpretieren oder zwischen den Zeilen lesen zu müssen, empfanden mehrere als anstrengend.

Wenn etwas stört, wenn ein Bedürfnis da ist, wenn eine Erwartung besteht: sagen.

Direkt.

Ohne dass es ein Vorwurf werden muss.

Das ist keine Bitte um Konfliktvermeidung.

Eine Frau, die sagen kann, was sie braucht, ohne daraus sofort eine Machtfrage zu machen, wurde in meinen Gesprächen deutlich positiver beschrieben als die Erwartung, dass der andere von alleine darauf kommt.

Die Lücke zwischen dem, was jemand fühlt, und dem, was er sagt, ist in Beziehungen oft teurer als der Konflikt selbst.

4. Ein eigenes Leben

Dieser Punkt wurde nicht so genannt, wie man ihn im Internet findet: „Männer wollen Frauen, die ihr eigenes Ding machen, damit sie selbst Freiraum haben.“

Das wäre eine ziemlich selbstbezogene Interpretation.

Gemeint war vielmehr, dass viele Männer es attraktiv finden, wenn eine Frau eigene Interessen, Freunde und Ziele hat und ihr Leben nicht vollständig auf die Beziehung ausrichtet.

Das hat nichts damit zu tun, dass Nähe oder Verbundenheit unerwünscht wäre.

Es geht vielmehr darum, dass beide neben der Beziehung auch Dinge behalten, die nur ihnen gehören.

5. Humor und Leichtigkeit

Gemeinsam über etwas lachen zu können, klingt banal, ist aber tatsächlich nicht selbstverständlich.

In meinen Gesprächen ging es dabei nicht darum, dass eine Frau immer gut gelaunt ist.

Es geht darum, ob man gemeinsam entspannen, albern sein und Dinge auch einmal nicht dramatisieren kann.

Jemand, bei dem kleine Missgeschicke oder Meinungsverschiedenheiten sofort existenzielle Qualität bekommen, kostet auf Dauer einfach sehr viel Energie.

Schlechte Tage, schwierige Phasen, ernste Gespräche: Das gehört natürlich dazu.

Aber ob dazwischen auch Leichtigkeit möglich ist, macht einen großen Unterschied.

6. Emotionale Sicherheit – das am häufigsten unterschätzte Kriterium

Das hier war die Antwort, die mich am meisten überrascht hat, weil ich sie so nicht erwartet hatte.

Mehrere Männer beschrieben unabhängig voneinander, wie wichtig ihnen das Gefühl ist, in einer Beziehung nicht ständig auf der Hut sein zu müssen.

Was damit gemeint war, lässt sich leichter durch das beschreiben, was sie nicht meinten.

Keine stille Frau.

Keine, die nie widerspricht.

Keine, die alles hinnimmt.

Gemeint war etwas anderes: Bei ihr wird nicht jedes falsche Wort zu einem Drama.

Eine Meinungsverschiedenheit bedroht nicht sofort die gesamte Beziehung.

Nähe wird nicht als Druckmittel eingesetzt oder entzogen.

Konflikte eskalieren nicht automatisch in Richtung persönlicher Angriffe.

Das taucht auf keiner klassischen Attraktivitätsliste auf.

Für langfristige Beziehungen scheint es in meinen Gesprächen aber erheblich wichtiger gewesen zu sein, als ich zunächst erwartet hatte.

7. Das Gefühl, man selbst sein zu können

Das ist der Punkt, bei dem alle anderen zusammenlaufen.

Ein Mann muss bei ihr nicht ständig eine bestimmte Version seiner selbst aufrechterhalten.

Fehler dürfen passieren, ohne dass deshalb sofort alles infrage gestellt wird.

Auch schlechte Tage, Unsicherheit und alberne Momente haben ihren Platz.

Vor allem muss ein Mann bei ihr nicht permanent Stärke demonstrieren oder das Gefühl haben, jemanden beeindrucken zu müssen.

Mir ist beim Formulieren dieses Punktes aufgefallen, dass er natürlich genauso für Frauen gilt.

Das Beste, was eine Beziehung bieten kann, ist wahrscheinlich genau das: ein Mensch, bei dem man keine perfekte Version seiner selbst spielen muss.

Auf diesen Gedanken komme ich im Fazit zurück.

Was sagt die Psychologie darüber, was Männer bei einer Partnerin suchen?

Ich will ehrlich sein: Was Männer in informellen Gesprächen sagen, ist noch keine Forschung.

Also habe ich nachgeschaut, was tatsächlich untersucht wurde.

Die Ergebnisse sind interessant, nicht weil sie alles erklären, sondern weil einige Dinge aus meinen Gesprächen gut mit dem zusammenpassen, was seriöse Studien zeigen.

Andrew Thomas und Kolleginnen und Kollegen untersuchten in einer Studie mit mehr als 2.700 Teilnehmenden aus verschiedenen Ländern, welche Eigenschaften Menschen bei langfristigen Partnern priorisieren.

Die Teilnehmenden konnten ein fiktives Budget auf verschiedene Eigenschaften verteilen.

Dabei gehörte Freundlichkeit zu den besonders hoch priorisierten Eigenschaften.

Das zeigte sich bei Männern und Frauen sowie in unterschiedlichen kulturellen Gruppen.

Pamela Regan und Kolleginnen und Kollegen untersuchten, welche Eigenschaften Männer und Frauen bei kurzfristigen sexuellen und langfristigen romantischen Partnern bevorzugen.

Dabei zeigte sich, dass körperliche Attraktivität bei kurzfristigen Partnerpräferenzen stärker ins Gewicht fiel, während bei langfristigen romantischen Partnern unter anderem Ähnlichkeit, Ehrlichkeit, Wärme und Intelligenz stärker gewichtet wurden.

Das deckt sich zumindest teilweise mit einer Beobachtung, die ich in meinen Gesprächen gemacht habe: Männer, die über eine dauerhafte Beziehung sprechen, nennen häufig andere Dinge als diejenigen, die zunächst über Attraktivität sprechen.

Eine Einschränkung ist aber wichtig: Solche Studien erfassen häufig, welche Eigenschaften Menschen angeben zu bevorzugen.

Das ist nicht automatisch dasselbe wie die Frage, für wen wir uns im wirklichen Leben tatsächlich entscheiden.

Partnerwahl ist keine Checkliste.

Das macht sie komplizierter als jede Liste, aber auch ehrlicher.

Was mir früher wichtig war und was ich heute anders sehe

Wenn ich diese Frage heute beantworte, fällt meine Antwort anders aus als noch vor einigen Jahren.

Körperliche Anziehung spielt für mich weiterhin eine Rolle.

Wenn ich behaupten würde, Aussehen sei völlig unwichtig, wäre das gelogen, und ich glaube, jeder weiß das.

Körperliche Anziehung ist ein echter Teil davon, warum man sich für jemanden interessiert.

Was sich verändert hat, ist die Gewichtung.

Anziehung allein trägt keine Beziehung.

Mit den Jahren wurden andere Fragen wichtiger: Wie redet man miteinander, wenn man müde ist?

Kann man schweigen, ohne dass es unangenehm wird?

Wie geht man mit Konflikten um, die keine große Lösung haben?

Freut man sich noch aufeinander, wenn gerade nichts Besonderes passiert?

Fühlt man sich respektiert, auch in den kleinen Dingen?

Das sind keine romantischen Fragen.

Aber sie sind das, was eine Beziehung im Alltag ausmacht.

Wie sieht meine Traumfrau heute aus?

Ich könnte natürlich äußerliche Vorlieben nennen.

Ich habe sie.

Das wäre aber die langweiligere Antwort.

Die Frage, die für mich inzwischen interessanter ist, lautet nicht nur: Wie sieht meine Traumfrau aus?

Sondern: Wie fühlt sich mein Leben an, wenn sie darin ist?

Sie ist eine Frau, mit der ich lachen kann, auch über Dinge, die eigentlich nicht besonders lustig sind.

Eine Frau, zu der körperliche Anziehung besteht und deren Gedanken mich nicht nach fünf Minuten Gespräch langweilen.

Die sagen kann, was sie denkt, auch wenn es mir nicht gefällt.

Die Nähe geben kann und gleichzeitig ihre eigene Persönlichkeit behält.

Eine Frau, bei der ich nicht ständig darüber nachdenken muss, was ich als Nächstes sage oder ob ich gerade die richtige Version meiner selbst zeige.

Perfekt müsste sie übrigens nicht sein.

Das wäre auch etwas unfair von mir, wenn ich bedenke, was ich selbst so mitbringe.

Und was bedeutet das jetzt für dich?

Bitte versuch jetzt nicht, die sieben Punkte oben als Checkliste zu verwenden.

Ein Mann, der wirklich zu dir passt, sollte sich nicht in eine optimierte Version von dir verlieben.

Der Sinn dieser Liste war nicht, dir zu sagen, wie du dich verändern musst.

Natürlich kann man lernen, klarer zu kommunizieren, fairer zu streiten und eigene Bedürfnisse besser zu formulieren.

Das lohnt sich für alle Beziehungen, beruflich wie privat, und hat wenig damit zu tun, Männern zu gefallen.

Aber das ist etwas anderes, als die eigene Persönlichkeit danach auszurichten, was vermutlich am besten ankommt.

Vielleicht lautet die wichtigste Frage deshalb nicht nur: Was wollen Männer von einer Frau?

Sondern auch:

Was möchte ich von einem Mann, und kann ich bei ihm genauso ich selbst sein, wie ich es mir von ihm wünsche?

Lies auch:

Quellen und weiterführende Forschung

Thomas, A. G. et al. (2020). Should I Spend or Should I Save? A Budget Paradigm for Assessing Human Mate Preferences. Journal of Personality, 88(1), 134–150.

Regan, P. C., Levin, L., Sprecher, S., Christopher, F. S. & Gate, R. (2000). Partner Preferences: What Characteristics Do Men and Women Desire In Their Short-Term Sexual and Long-Term Romantic Partners? Journal of Psychology & Human Sexuality, 12(3), 1–21.

Hinweis:

Die in diesem Artikel beschriebenen Erfahrungen basieren teilweise auf persönlichen Beobachtungen und einer kleinen, nicht repräsentativen Umfrage im Umfeld des Autors. Sie lassen sich daher nicht auf alle Männer übertragen. Wissenschaftliche Erkenntnisse werden im Text gesondert gekennzeichnet und dienen der Einordnung.

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