Wie verarbeitet man den Verlust eines geliebten Menschen?

5–8 Minuten

Es gibt Jahre, nach denen man nicht mehr ganz dieselbe Person ist wie zuvor.

Bei mir war es ein Jahr, in dem ich auf sehr unterschiedliche Weise Abschied nehmen musste.

Ich trennte mich von einem Menschen, mit dem ich mir eine gemeinsame Zukunft vorgestellt hatte.

Plötzlich verschwand nicht nur diese Beziehung aus meinem Alltag, sondern auch all das, was ich gedanklich längst mit ihr verbunden hatte: Pläne, Vorstellungen, dieses selbstverständliche „Wir“, von dem man glaubt, dass es noch lange existieren wird.

Dann starb meine Großmutter.

Sie war einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben.

Und auf einmal lernte ich, dass Verlust vollkommen unterschiedliche Gesichter haben kann.

Ein Mensch kann noch irgendwo auf dieser Welt leben und trotzdem aus deinem Leben verschwinden. Ein anderer Mensch kann für immer gehen und gleichzeitig auf eine seltsame Weise Teil deines Lebens bleiben.

Beides tut weh. Nur anders.

Vielleicht suchst du gerade nach einer Antwort auf die Frage, wie man einen geliebten Menschen loslässt oder einen Verlust endlich „überwindet“.

Ich glaube heute, dass genau dieses Wort oft zu viel von uns verlangt.

Manche Menschen und manche Geschichten überwinden wir nicht einfach.

Wir lernen irgendwann, mit ihrer Abwesenheit zu leben.

Verlust bedeutet manchmal auch, eine Zukunft loszulassen

Nach einer Trennung trauern wir häufig nicht ausschließlich um den Menschen.

Wir trauern auch um eine Zukunft, die nie stattfinden wird.

Um Reisen, die man vielleicht geplant hat. Um gemeinsame Sonntage, die es nicht geben wird. Um all diese kleinen Bilder im Kopf, die sich mit der Zeit so selbstverständlich angefühlt haben, dass man beinahe vergessen hat, dass sie noch gar nicht Realität waren.

Genau deshalb kann eine Trennung so tief treffen.

Du verabschiedest dich nicht nur von dem, was war. Du musst dich auch von etwas lösen, von dem du fest geglaubt hast, dass es noch kommen würde.

Beim Tod eines geliebten Menschen fühlt sich Verlust wiederum anders an.

Als meine Großmutter starb, gab es kein „vielleicht später“, kein „wir sprechen irgendwann noch einmal“, keinen Zeitpunkt, an dem man eine versäumte Unterhaltung nachholen konnte.

Diese Endgültigkeit verändert Trauer.

Es gibt Tage, an denen man scheinbar ganz normal funktioniert. Und dann reicht ein Geruch, ein bestimmtes Essen, ein Satz oder irgendeine vollkommen alltägliche Erinnerung, und plötzlich ist diese Person wieder unglaublich nah.

Früher dachte ich vielleicht eher, Trauer müsse irgendwann vorbei sein.

Heute sehe ich das anders.

Sie verändert ihre Form.

Anfangs nimmt sie manchmal beinahe den gesamten Raum ein. Später wird das Leben wieder größer. Man lacht wieder, plant wieder, freut sich wieder. Trotzdem kann es Jahre später einen Augenblick geben, in dem die Erinnerung weh tut.

Das bedeutet nicht, dass man „wieder am Anfang“ steht.

Es bedeutet nur, dass dieser Mensch wichtig war.

Wie man lernt, mit einem Verlust weiterzuleben

Frau zwischen Schatten und Licht als Symbol für Verletzung, Loslassen und innere Veränderung

Das Schwierigste an Trauer ist vielleicht, dass es dafür keinen sauberen Zeitplan gibt.

Menschen meinen es meistens gut, wenn sie sagen, dass die Zeit alles heilt. Nur fühlt es sich mitten im Verlust selten so einfach an.

Manchmal hilft es viel mehr, sich zunächst zu erlauben, dass es gerade weh tut.

Du musst dich nicht jeden Morgen fragen, wann du endlich wieder die alte Version von dir selbst sein wirst.

Vielleicht wirst du diese Version ohnehin nicht mehr.

Und vielleicht musst du das auch gar nicht.

Große Verluste verändern uns.

Versuche deshalb nicht, deine Trauer mit der anderer Menschen zu vergleichen. Manche brauchen viel Nähe und möchten immer wieder über die Person sprechen, die sie verloren haben. Andere ziehen sich zunächst zurück. Manche bewahren Fotos, Briefe oder kleine Gegenstände auf. Andere können genau diese Dinge eine Zeit lang kaum ansehen.

Es gibt keinen richtigen Weg, traurig zu sein.

Auch gute Tage sind kein Verrat.

Ich finde diesen Gedanken besonders wichtig, weil nach einem Verlust manchmal ein merkwürdiges schlechtes Gewissen entstehen kann. Du lachst wieder. Du hast einen schönen Abend. Du stellst plötzlich fest, dass du mehrere Stunden lang gar nicht an das gedacht hast, was passiert ist.

Dann kommt vielleicht dieser kurze Gedanke: Darf ich das überhaupt?

Ja.

Weiterzuleben bedeutet nicht, jemanden zu vergessen.

Und nach einer Trennung bedeutet Heilung ebenfalls nicht, dass die Beziehung plötzlich bedeutungslos gewesen sein muss. Du darfst anerkennen, dass etwas einmal wichtig und schön war und gleichzeitig akzeptieren, dass es heute keinen Platz mehr in deinem Leben hat.

Was außerdem helfen kann, ist, den Schmerz nicht permanent mit Antworten lösen zu wollen.

Warum ist das passiert?

Warum musste dieser Mensch gehen?

Warum hat es mit uns nicht funktioniert?

Unser Kopf kann sich monatelang um dieselben Fragen drehen.

Manche davon bekommen irgendwann eine Antwort. Andere vielleicht nie.

Irgendwann kann deshalb eine andere Frage wichtiger werden:

Was brauche ich heute, damit dieser Tag ein wenig leichter wird?

Manchmal ist die Antwort erstaunlich klein.

Ein Gespräch.

Ein Spaziergang.

Ruhe.

Weinen.

Jemanden anrufen.

Eine Erinnerung aufschreiben.

Oder einfach ein Satz, der einen für einen Moment daran erinnert, dass man mit all dem nicht allein ist.

Die Worte, die ich damals gerne gehabt hätte

Heute denke ich manchmal daran, wie gut mir in dieser Zeit ein Buch wie „Worte für die Seele – Seelenbotschaften für deinen Weg“ von Johanna Licht getan hätte.

Hinter dem Namen Johanna Licht steht Heike Engel, mediale Begleiterin und Veranstalterin spiritueller Seminare und Workshops. Das Buch ist aus persönlichen Erfahrungen, Übergängen, stillen Fragen und aus Begegnungen mit Menschen entstanden, die sie in ihrer medialen Arbeit begleitet.

Johanna ist eine liebe Kollegin von mir, und als ich ihr Buch lesen durfte, gab es darin Stellen, bei denen ich sofort an genau diese Phasen meines eigenen Lebens denken musste.

Denn dieses Buch möchte keine schnellen Antworten auf Trauer, Veränderung oder innere Unruhe liefern.

Johanna beschreibt es selbst als einen leisen Begleiter für Zeiten der Suche, der Trauer, der Wandlung und des Neubeginns.

Gedacht ist es besonders für Menschen, die Trost, Mut, innere Harmonie oder einen Moment der Stille suchen, um wieder bei sich anzukommen.

Besonders wichtig finde ich dabei ihren Gedanken, dass niemand jede Botschaft übernehmen oder glauben muss. Man darf das mitnehmen, was sich im eigenen Inneren stimmig anfühlt, und den Rest stehen lassen.

Einen ganzen Teil widmet sie der Trauer.

Dort bekommt Schmerz Raum, ohne dass er möglichst schnell verschwinden soll. Trauer wird als Ausdruck einer tiefen Verbindung beschrieben, und die Worte sollen weniger erklären als begleiten.

Vielleicht gefällt mir das gerade deshalb so sehr.

Wenn wir einen Menschen verlieren, brauchen wir schließlich nicht immer jemanden, der uns erklärt, wie wir uns jetzt fühlen sollten.

Manchmal brauchen wir einfach etwas, das für einen Moment neben uns sitzt.

Johannas Buch kann man außerdem anders lesen als einen Roman. Man kann es intuitiv aufschlagen, eine einzelne Botschaft mit in den Tag nehmen oder mit den kleinen Übungen arbeiten. Im Buch finden sich unter anderem Meditation, bewusste Atemübungen, Schreiben und kleine Rituale, die dabei helfen sollen, wieder etwas mehr bei sich selbst anzukommen.

Ich hatte dieses Buch damals noch nicht.

Heute, wenn ich darin lese, merke ich trotzdem, wie wohltuend manche dieser Worte sein können.

Vielleicht ist das auch das Schönste, was Worte manchmal leisten können.

Sie nehmen uns den Verlust nicht ab.

Aber sie können einen schweren Moment ein kleines bisschen leichter machen.

Über „Worte für die Seele“

„Worte für die Seele – Seelenbotschaften für deinen Weg“ von Johanna Licht ist im Buchhandel erhältlich. Wer ein persönlich signiertes Exemplar möchte, kann sich direkt an die Autorin wenden. Außerdem gibt es eine Leseprobe.

Leseprobe | Thalia | BoD | Amazon

Mehr über Johanna Licht / Heike Engel: https://engel-entspannung.de/

Hinweis: Dieser Artikel beschreibt meine persönlichen Erfahrungen mit Verlust und Trauer. Jeder Mensch verarbeitet solche Erfahrungen anders. Der Text und das vorgestellte Buch ersetzen keine psychologische oder therapeutische Unterstützung. Wenn deine Trauer dich über längere Zeit sehr stark belastet, deinen Alltag erheblich einschränkt oder du das Gefühl hast, allein nicht weiterzukommen, kann professionelle Hilfe eine wichtige Unterstützung sein.

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